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Kettner Edelmetalle
01.06.2026
06:15 Uhr

Aufrüstung im Pazifik: Während die Welt sich für den Ernstfall wappnet, träumt Berlin von Klimaneutralität

In Singapur kam Ende Mai zusammen, was in der globalen Sicherheitspolitik Rang und Namen hat. Der 23. Shangri-La-Dialog, organisiert vom renommierten International Institute for Strategic Studies, versammelte vom 29. bis 31. Mai die mächtigsten Verteidigungsminister, Generäle und Strategen des Indopazifiks und darüber hinaus. Und während man sich dort über handfeste Bedrohungen, Aufrüstung und die brutalen Lehren des Ukraine-Krieges austauschte, stellt sich für den deutschen Leser unweigerlich die Frage: Wo bleibt eigentlich Deutschland in diesem Konzert der Realisten?

Die Welt rüstet auf – und gibt Trump im Nachhinein recht

Es ist eine bemerkenswerte Wendung. Jahrelang haben sich westliche Staaten gegen die Forderung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump gesperrt, mehr für die eigene Verteidigung auszugeben. Wer erinnert sich nicht an das demonstrative Naserümpfen, mit dem man in europäischen Hauptstädten reagierte, sobald der Amerikaner finanzielle Eigenverantwortung anmahnte? Heute klingt das anders.

Der amerikanische Kriegsminister Pete Hegseth machte in Singapur unmissverständlich klar, dass Staaten künftig mindestens 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung stecken sollten. Und siehe da: Japan, die Philippinen, die Niederlande – sie alle planen kräftige Aufstockungen. Selbst Neuseeland, das noch unter dieser Marke liegt, dreht an der Stellschraube.

"Kein einzelnes Land kann das alles allein schaffen", erklärte Generalin Jennie Carignan, Generalstabschefin Kanadas. Doch um sich gegenseitig zu ergänzen, müsse jeder zunächst seine eigene Verteidigung in Ordnung bringen.

Die niederländische Vizepremierministerin Dilan Yesilgöz-Zegerius brachte es auf den Punkt: Die USA hätten schlicht recht damit, mehr Engagement einzufordern. Der russische Überfall auf die Ukraine habe die Rechnung der Niederländer grundlegend verändert. Eine späte, aber ehrliche Einsicht.

Peking schickt erneut nur die zweite Garnitur

Auffällig blieb das Verhalten Chinas. Zum zweiten Mal in Folge verzichtete Peking darauf, seinen Verteidigungsminister Dong Jun zu entsenden. Stattdessen leitete Generalmajor Meng Xiangqing von der Nationalen Verteidigungsuniversität die Delegation – eine deutliche Herabstufung. Hegseth bemerkte spitz, er hätte seinen Amtskollegen gerne gesprochen, müsse nun aber auf andere Gelegenheiten warten.

Der deutsche Generalinspekteur Carsten Breuer stellte nüchtern fest, China verspiele eine Chance auf Dialog. Die Philippinen wurden noch deutlicher: Verteidigungsminister Gilberto Teodoro erklärte gegenüber CNBC, Pekings reduzierte Präsenz diene ohnehin nur dazu, die Parteilinie zu verbreiten, statt konstruktiv mitzuwirken. Ein Verlust sei das für niemanden.

Wortgefechte über Taiwan und Aufrüstung

Doch die abgespeckte Delegation focht ihre Positionen mit erstaunlicher Schärfe aus. Meng griff Japans Verteidigungsausgaben an und fragte provokant, ob man Tokio nach dessen Verhalten im Zweiten Weltkrieg eine Wiederbewaffnung wirklich zutrauen wolle. Der frühere Vizeaußenminister Cui Tiankai bekräftigte die altbekannte Pekinger Linie zu Taiwan:

"Niemand sorgt sich mehr um die Stabilität in der Taiwanstraße als wir in China, denn auf beiden Seiten der Straße handelt es sich um chinesisches Territorium."

Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi konterte mit dem Vorwurf mangelnder Transparenz beim chinesischen Militäraufbau. Hegseth sprach von "berechtigter Beunruhigung" in der Region. Und Teodoro fand abermals die deutlichsten Worte: Chinas Expansionsdrang gehe ungebrochen weiter, wer das leugne, sei schlicht unehrlich.

Die Lehren der Ukraine: Asymmetrie verändert alles

Auch wenn die Ukraine geografisch weit entfernt liegt, hallt ihr Abwehrkampf gegen das übermächtige Russland bis in den Pazifik nach. Das Konzept der "asymmetrischen Kriegsführung" – also wie ein kleinerer Akteur einem größeren erfolgreich Widerstand leistet – hat die Verteidigungsstrategien weltweit umgekrempelt.

Der frühere ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin betonte, es gehe letztlich um die Frage, ob Europa überhaupt noch über eine funktionierende Sicherheitsarchitektur verfüge. Die Philippinen studieren bereits die ukrainische Taktik, und die Niederlande lassen sich nach eigenen Angaben sogar von ukrainischen Beratern unterstützen, um ihre Mittel klug einzusetzen.

Und Deutschland? Schulden statt Strategie

Während die ernsthaften Akteure dieser Welt über handfeste Verteidigungsfähigkeit, Abschreckung und reale Bedrohungen diskutieren, leistet sich die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und die Verankerung der Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz. Geld, das künftige Generationen über Steuern und Zinsen abzustottern haben – während der Mann, der einst versprach, keine neuen Schulden zu machen, munter neue Schuldenberge auftürmt.

Man könnte beinahe lachen, wäre es nicht so bitter. Die Welt erkennt allmählich, dass Sicherheit nicht durch moralische Selbstbeweihräucherung, sondern durch echte Wehrhaftigkeit und solide Bündnisse entsteht. Diese Erkenntnis ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern auch die eines wachsenden Teils der deutschen Bevölkerung, der zunehmend an der Prioritätensetzung der politischen Führung zweifelt.

Was bedeutet das für den Anleger?

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, weltweiter Aufrüstung und ausufernder Staatsverschuldung gewinnt eines an Bedeutung: die Sicherung des eigenen Vermögens. Geschichtlich haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber in genau solchen Phasen der Unsicherheit als verlässlicher Anker bewährt. Wer sein Portefeuille breit aufstellt und um einen soliden Edelmetall-Anteil ergänzt, schafft sich ein Fundament, das von Schuldenexzessen und politischen Fehlentscheidungen unabhängig bleibt.

Hinweis: Die in diesem Beitrag geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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