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Kettner Edelmetalle
05.05.2026
06:48 Uhr

Australien zieht die Zinsschraube weiter an: 4,35 Prozent – und ein Ende ist nicht in Sicht

Australien zieht die Zinsschraube weiter an: 4,35 Prozent – und ein Ende ist nicht in Sicht

WĂ€hrend sich die Notenbanken in Europa und den USA in geldpolitischer Schockstarre ĂŒben, geht die australische Zentralbank einen bemerkenswert anderen Weg. Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat ihren Leitzins erneut angehoben – auf nunmehr 4,35 Prozent. Es ist die dritte Zinserhöhung in Folge, und die Botschaft an die MĂ€rkte ist unmissverstĂ€ndlich: Die Inflation lĂ€sst sich nicht so einfach wegdiskutieren, wie es manche Politiker und Notenbanker gerne hĂ€tten.

Acht zu eins – ein klares Votum fĂŒr HĂ€rte

Im Direktorium der RBA stimmten acht von neun Mitgliedern fĂŒr die Anhebung, lediglich eine Stimme plĂ€dierte dafĂŒr, den Satz bei 4,1 Prozent zu belassen. Damit erreicht der Leitzins exakt jenes Niveau, das bereits im Dezember 2024 als Höchststand markiert worden war. Sollte die Notenbank tatsĂ€chlich weiter erhöhen – und vieles deutet darauf hin – lĂ€ge der Zinssatz so hoch wie seit Dezember 2011 nicht mehr.

Die BegrĂŒndung der WĂ€hrungshĂŒter lĂ€sst aufhorchen: Die Inflation habe sich in der zweiten JahreshĂ€lfte 2025 spĂŒrbar beschleunigt. Der eskalierende Nahost-Konflikt habe Treibstoff- und Rohstoffpreise nach oben getrieben. Und – das ist die eigentliche Hiobsbotschaft – die Notenbank rechnet mit Zweitrundeneffekten, die sich quer durch alle Waren- und Dienstleistungspreise fressen werden.

Prognosen, die alarmieren sollten

Die RBA hat ihre Inflationsprognosen krĂ€ftig nach oben korrigiert. FĂŒr das Juni-Quartal erwartet sie nun 4,8 Prozent, statt der zuvor veranschlagten 4,2 Prozent. FĂŒr das Jahr 2026 wurden die Erwartungen auf 4 Prozent angehoben. Gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose fĂŒr 2026 von 1,8 auf magere 1,3 Prozent gesenkt – ein klassisches Stagflations-Szenario, das Ökonomen seit Monaten warnend an die Wand malen.

Besonders pikant: In ihren Projektionen pencilt die RBA fĂŒr Dezember 2026 einen Leitzins von 4,7 Prozent ein – satte 50 Basispunkte höher als noch im Februar prognostiziert. Wer hier von einem baldigen Ende des Zinszyklus trĂ€umt, dĂŒrfte unsanft erwachen.

Der Markt war ĂŒberrascht – und das will etwas heißen

Die ANZ Bank kommentierte den Tonfall der Notenbank als „falkenhafter als erwartet". Eine Zinspause im Juni, mit der man eigentlich gerechnet hatte, sei vom Tisch. Abhijit Surya, Senior-Ökonom bei Capital Economics, prognostiziert sogar einen weiteren Schritt auf 4,60 Prozent im dritten Quartal. Sein Argument: Die Inflationsdaten könnten erneut nach oben ĂŒberraschen – eine Sorge, die nicht unbegrĂŒndet ist.

Die jĂŒngsten Zahlen geben ihm recht: Die Verbraucherpreise stiegen im ersten Quartal um 4,09 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr – der höchste Wert seit ĂŒber zwei Jahren. Im MĂ€rz kletterte die Inflation auf 4,6 Prozent.

Was lehrt uns der australische Sonderweg?

WĂ€hrend die EZB unter Christine Lagarde die Zinsen senkt und damit faktisch eine Politik der finanziellen Repression betreibt – also Sparer schleichend enteignet, weil die Realzinsen negativ bleiben – zeigt Australien, dass eine Notenbank durchaus den Mut zur unbequemen Entscheidung haben kann. Die australische Wirtschaft wuchs im vierten Quartal um 2,6 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, dem schnellsten Tempo seit zwei Jahren. Solides Wachstum gibt der RBA den nötigen Spielraum, hart zu bleiben.

Ein Blick nach Deutschland offenbart die ganze Misere: Hier Ă€chzt die Wirtschaft unter explodierenden Energiepreisen, einer realitĂ€tsfernen Klima-Ideologie und einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die nĂ€chsten Generationen in eine Schuldenknechtschaft zwingt. WĂ€hrend Australien die GeldwertstabilitĂ€t ernst nimmt, betreibt man in Berlin und Frankfurt fröhlich weiter Schuldenpolitik auf Kosten der BĂŒrger.

Was Anleger daraus lernen sollten

Die Lektion ist eindeutig: Inflation ist kein vorĂŒbergehendes PhĂ€nomen, sondern ein hartnĂ€ckiger Begleiter unserer Zeit – verursacht durch geopolitische Verwerfungen, ausufernde Staatsverschuldung und eine Notenbankpolitik, die jahrelang die Geldschleusen geöffnet hat. Wer sein Vermögen schĂŒtzen will, kommt an einer durchdachten Streuung nicht vorbei.

Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ihre Rolle als wertstabiler Anker in inflationĂ€ren Zeiten ĂŒber Jahrhunderte bewiesen. Sie bleiben unabhĂ€ngig vom Wohlwollen der Notenbanken, von politischen Launen und von Schuldenkrisen. Eine sinnvolle Beimischung im Portfolio kann gerade in Zeiten, in denen selbst die Notenbank Australiens vor anhaltend hoher Teuerung warnt, einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel stellt ausdrĂŒcklich keine Anlageberatung dar. Die getroffenen Aussagen geben die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ist jeder Investor selbst verantwortlich.

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