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01.06.2026
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Babiš poltert gegen Brüssel: Tschechiens Premier sieht die EU im Niedergang wie das untergehende Rom

Babiš poltert gegen Brüssel: Tschechiens Premier sieht die EU im Niedergang wie das untergehende Rom

Wenn ein Regierungschef die Europäische Union ausgerechnet mit einem zerfallenden Weltreich vergleicht, dann horcht man auf. Andrej Babiš, Milliardär, Unternehmer und seit Dezember erneut Ministerpräsident Tschechiens, hat in einem aufsehenerregenden Interview mit der «Financial Times» genau das getan. Seine Diagnose für das Brüsseler Konstrukt fällt vernichtend aus: Die EU befinde sich «wahrscheinlich auf demselben Weg wie das Römische Reich in seiner Endzeit». Ein Satz, der sitzt – und der vielen Bürgern aus der Seele sprechen dürfte.

Ein «Trumpist» in Prag – und er steht dazu

Während halb Europa nervös auf den nächsten Nato-Gipfel blickt und sich fragt, wie man mit dem unbequemen Donald Trump im Weißen Haus umgehen soll, gibt sich Babiš auffallend entspannt. Statt sich zu winden und zu lavieren, bekennt er offen Farbe. «Ich bin ein Trumpist», soll er gesagt haben. Fünfmal habe er den amerikanischen Präsidenten getroffen und sei dafür kritisiert worden – doch genau das sei ein Vorteil und kein Makel.

Man stelle sich diese Klarheit einmal in Berlin vor. Während deutsche Spitzenpolitiker in transatlantischen Fragen oft mit halbherzigen Formeln operieren, bezieht ein mitteleuropäischer Regierungschef unverblümt Stellung. Ob man seine Nähe zu Trump teilt oder nicht – die Geradlinigkeit ist erfrischend.

Klima- und Dekarbonisierungspolitik als Sargnagel der Wirtschaft

Besonders scharf ging Babiš mit der Wirtschafts- und Klimapolitik der Union ins Gericht. Die europäischen Institutionen, so seine Lesart, trieben die eigene Volkswirtschaft mit ihrer ideologischen Dekarbonisierungsagenda regelrecht «in den Abgrund» und ruinierten damit die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents.

«Die EU ist jetzt wahrscheinlich auf demselben Weg wie das Römische Reich in seiner Endzeit.»

Wer die hausgemachte Energiekrise und den fortschreitenden industriellen Aderlass in Deutschland beobachtet, dem dürfte diese Warnung bekannt vorkommen. Die grüne Transformation, die uns als Heilsversprechen verkauft wurde, entpuppt sich zunehmend als teurer Standortkiller. Babiš spricht aus, was viele längst denken: Eine Politik, die Klimaziele über Wohlstand und Versorgungssicherheit stellt, gräbt sich am Ende das eigene Grab.

Nato-Kritik: Prozentzahlen statt echter Verteidigungsfähigkeit?

Auch beim Reizthema Verteidigungsausgaben legte der tschechische Premier den Finger in die Wunde. Zwar bekenne er sich grundsätzlich zum neuen Ziel, die Militärausgaben bis 2035 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Doch warnte er davor, militärische Stärke auf bloße Haushaltszahlen zu reduzieren. Entscheidend seien tatsächliche Fähigkeiten und Einsatzbereitschaft – nicht politische Rechenspiele mit Prozentpunkten.

Pikant: Im selben Atemzug räumte Babiš ein, dass Tschechien das bisherige Zwei-Prozent-Ziel in diesem Jahr «wahrscheinlich» verfehlen werde – obwohl höhere Militärausgaben zu den zentralen Forderungen Trumps gehören. Ein Widerspruch, gewiss. Doch sein Kernargument bleibt stichhaltig: «Wenn wir nur über Prozentsätze sprechen, weiß ich nicht, wie Europa dadurch wirklich verteidigungsfähiger werden soll.»

Souveränität statt Brüsseler Zentralismus

Babiš, dessen Partei ANO im Europäischen Parlament Seite an Seite mit Viktor Orbáns Fidesz in der Fraktion «Patrioten für Europa» sitzt, gilt nach Orbáns jüngster Wahlschlappe als eine der prägenden Stimmen des souveränistischen Lagers. Folgerichtig warb er für eine Wiederbelebung der Visegrád-Gruppe gemeinsam mit Polen, Ungarn und der Slowakei, um den Stimmen Mitteleuropas innerhalb der EU mehr Gewicht zu verleihen.

In Brüssel dürfte man diese Worte mit gemischten Gefühlen registrieren. Denn hier spricht ein Politiker, der den Draht zu Washington pflegt, die EU-Granden frontal angeht und die heiligen Kühe der europäischen Sicherheits- und Klimapolitik offen zur Schlachtung freigibt. Während in Berlin und Paris der Zentralismus zelebriert wird, formiert sich in Mitteleuropa eine selbstbewusste Gegenbewegung, die nationale Eigenständigkeit über Brüsseler Bevormundung stellt.

Was bleibt: Eine unbequeme Wahrheit

Ob man Babiš nun für einen Provokateur oder einen Hellseher hält – seine Worte treffen einen wunden Punkt. Eine Union, die sich in Bürokratie, ideologischen Klimazielen und politischen Schaufensterzahlen verliert, während ihre industrielle Basis erodiert, sollte sich die Mahnung vom drohenden Niedergang besser zu Herzen nehmen. Das Römische Reich ging nicht über Nacht unter, sondern verfiel schleichend an Dekadenz, Überdehnung und Realitätsverlust. Wer Parallelen erkennt, dem sei nicht zu widersprechen.

Für den vorausschauenden Bürger ist eine solche Gemengelage aus wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Orientierungslosigkeit und schwelenden geopolitischen Konflikten ein deutliches Warnsignal. In Zeiten, in denen Institutionen wanken und Währungen unter dem Druck schuldenfinanzierter Politik leiden, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte ihre Rolle als krisenfester Wertspeicher bewiesen. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie genau jene Beständigkeit, die der politische Zeitgeist vermissen lässt.

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