
Baerbocks UN-Karriere endet: Bangladeschs Diplomat übernimmt das „beste Amt der Welt“

Es ist ein Wechsel, der symbolträchtiger kaum sein könnte. Während Deutschland sich noch immer von den Folgen einer grünen Außenpolitik erholt, übergibt Annalena Baerbock im September ihren protokollarischen Spitzenposten an der Spitze der UN-Generalversammlung an einen erfahrenen Diplomaten aus Bangladesch. Khalilur Rahman, 72 Jahre alt und derzeit noch Außenminister seines Landes, wurde von 99 der 193 Mitgliedsstaaten zum neuen Präsidenten des größten Gremiums der Vereinten Nationen gewählt. Baerbock gratulierte ihm zu „einem der besten Jobs der Welt“ – ein Satz, der angesichts der realen Befugnisse dieses Amtes mehr über die Erwartungshaltung der Gratulantin als über die tatsächliche Macht aussagt.
Ein Amt mit viel Bühne und wenig Hebel
Wer glaubt, an der Spitze der UN-Generalversammlung lasse sich die Welt verändern, der irrt gewaltig. Die Position hat in erster Linie zeremoniellen Charakter. Politische Entscheidungen der Vollversammlung tragen meist symbolischen Wert und gelten bestenfalls als globales Stimmungsbarometer. Der UN-Experte Richard Gowan attestierte Baerbock, sie sei eine „durchaus solide und zupackende Führungspersönlichkeit“ gewesen, die dem Amt mehr Öffentlichkeit verschafft habe als ihre Vorgänger.
„Baerbock ist eine größere diplomatische Berühmtheit als die meisten Präsidenten der Generalversammlung“, so Gowan – wobei dieselben Diplomaten berichteten, sie sei von den engen Grenzen ihres Amtes mitunter regelrecht frustriert gewesen.
Man stelle sich das vor: Eine Politikerin, die sich wünschte, die Generalversammlung möge bei der Bewältigung weltweiter Krisen aktiver agieren – und dabei vielleicht übersah, dass ein solches Gremium ohne klare Mandate und ohne Bereitschaft der Mitgliedsstaaten genau so handlungsunfähig bleibt, wie es nun einmal konstruiert ist.
Reformdruck und finanzielle Löcher
Rahman übernimmt das Amt zu einer Zeit, in der die Vereinten Nationen unter erheblichem Druck stehen. Zahlreiche ungelöste bewaffnete Konflikte, riesige finanzielle Lücken und eine wachsende Skepsis gegenüber der Effizienz der gesamten Organisation prägen das Bild. Der neue Präsident, der auf jahrelange Erfahrung im UN-Apparat zurückblicken kann und maßgeblich mit der Lage der Rohingya-Flüchtlinge befasst war, kündigte an, sich für eine Reform der Friedensmissionen, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele und die Belange der ärmsten Länder einsetzen zu wollen.
Vollzeit oder nicht?
Spannend bleibt die Frage, ob Rahman tatsächlich sein Ministeramt niederlegen wird. Er selbst hatte angekündigt, das Präsidentenamt in Vollzeit ausüben zu wollen. Unter Diplomaten wurde dies allerdings bis zuletzt bezweifelt. Bemerkenswert ist ohnehin, dass es bei dieser Wahl überhaupt zwei Kandidaten gab – Rahman setzte sich gegen den zyprischen Diplomaten Andreas Kakouris durch. Dass um diesen Posten überhaupt gerungen wird, ist in der Geschichte des Amtes eine echte Seltenheit. Das Amt rotiert regional, diesmal war die Asien-Pazifik-Gruppe an der Reihe.
Eine deutsche Bilanz zwischen Glanz und Ernüchterung
Baerbock behält ihr Amt noch bis zur offiziellen Übergabe am 9. September inne – kurz vor der Generaldebatte mit Staatsgästen aus aller Welt. Für deutsche Beobachter bleibt die nüchterne Erkenntnis: Während sich eine Außenministerin auf der internationalen Bühne als Berühmtheit feiern ließ, blieben die handfesten Interessen des deutschen Bürgers daheim allzu oft auf der Strecke. Ob symbolische Posten in New York die Energiekrise, die Inflation oder die wirtschaftliche Misere im eigenen Land lindern, darf jeder für sich beantworten.
In einer Welt voller geopolitischer Unwägbarkeiten, ungelöster Konflikte und finanzieller Verwerfungen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, sein Vermögen unabhängig von politischen Bühnenshows zu sichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker bewährt – gerade dann, wenn Institutionen unter Reformdruck geraten und das Vertrauen in das Papiergeld schwindet. Als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Portfolios bieten sie das, was symbolische Ämter nie liefern können: handfeste Substanz.
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