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01.06.2026
14:57 Uhr

Der Todeskuss in CDU-Manier: Wenn Wüst dem Kanzler „volle Unterstützung“ verspricht

Der Todeskuss in CDU-Manier: Wenn Wüst dem Kanzler „volle Unterstützung“ verspricht

Es gibt in der Sprache der Macht Sätze, die das genaue Gegenteil dessen bedeuten, was sie auszusagen vorgeben. „Volle persönliche Unterstützung“ – kaum war dieser Satz aus dem Munde des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst gefallen, dürften bei manchem politischen Beobachter alle Alarmglocken geläutet haben. Denn in der christdemokratischen Folklore gilt die demonstrative Loyalitätsbekundung seit den Tagen Angela Merkels als das, was Eingeweihte den „Todeskuss“ nennen.

Ein Routinetermin, der zur Bühne wurde

Eigentlich hätte die Klausurtagung der CDU Nordrhein-Westfalen im sauerländischen Meschede ein vollkommen unspektakulärer Termin sein sollen. Landes-, Bundes- und Europapolitiker des mit Abstand größten CDU-Landesverbandes kamen zusammen – business as usual. Doch in einer Republik, in der die Regierungskoalition aus Union und SPD unter Friedrich Merz alle Mühe hat, dem Wähler überhaupt noch ein Mindestmaß an Stabilität zu vermitteln, genügt eine bloße Begegnung zweier Alphatiere, um die Gerüchteküche zum Überkochen zu bringen.

Zuvor hatten diverse Medien fleißig Öl ins Feuer gegossen. Wüst, so hieß es, bereite sich auf eine Rolle als „Einwechselkanzler“ vor. Man male sich das aus: Der Kanzler kaum ein Jahr im Amt, und schon werden im Hinterzimmer die Nachfolger in Stellung gebracht. Wüst selbst erteilte den Spekulationen eine bemerkenswert deutliche Absage. Solche Personalspekulationen seien nicht nur „Quatsch“, er wolle ausdrücklich davor warnen, ließ er intern verlauten, wie der Tagesspiegel berichtet.

Wenn das Dementi zum Brandbeschleuniger wird

Doch der eigentliche Treppenwitz dieser Episode spielte sich nicht in Meschede, sondern im Kanzleramt ab. Statt die Gerüchte souverän abperlen zu lassen, lancierte man aus dem „Umfeld des Bundeskanzlers“ ein Statement, das an Patzigkeit kaum zu überbieten war. Von einer „gefährlichen Lust an der Zündelei“ und einer „naiven Idee“ war die Rede. Es sei eben „einfacher, über Personal zu quatschen, als sich ernsthaft mit den Einkommensteuersätzen oder der Pflegereform zu beschäftigen“, giftete man.

Wer derart dünnhäutig auf Spekulationen reagiert, gibt damit unfreiwillig zu erkennen, wie real er das Szenario im Stillen einschätzt.

Eine Lehrstunde in politischer Selbstdemontage. Denn nichts verleiht einem Gerücht mehr Glaubwürdigkeit als ein gereiztes Dementi. Wer wirklich fest im Sattel sitzt, hat solche Eruptionen schlicht nicht nötig.

Eine Regierung, die mit sich selbst beschäftigt ist

Während die Union im Hinterzimmer offenbar bereits über die Personalfrage philosophiert, bleiben die eigentlichen Probleme des Landes liegen. Die explodierende Staatsverschuldung durch das 500-Milliarden-Sondervermögen, eine Inflation, die den Bürgern das Ersparte aushöhlt, eine grassierende Kriminalität – all das verlangte eigentlich nach einer Regierung, die regiert, statt sich in personalpolitischen Ränkespielen zu ergehen. Friedrich Merz, der einst versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen, hat dieses Versprechen bekanntlich in Rekordzeit kassiert. Dass nun ausgerechnet die Personaldebatte um seine Person Fahrt aufnimmt, wirft ein bezeichnendes Licht auf den inneren Zustand der Koalition.

Was bleibt

Ob Wüst tatsächlich die Messer wetzt oder ob es sich um eine reine Medieninszenierung handelt, lässt sich von außen kaum beurteilen. Fest steht jedoch: In Zeiten, in denen das politische Vertrauen der Bürger ohnehin auf historischen Tiefständen verharrt, wirken solche Inszenierungen wie blanker Hohn. Der Wähler erwartet keine Palastintrigen, sondern Lösungen. Stattdessen darf er beobachten, wie sich die Union mit jenem Stilmittel beschäftigt, das sie unter Merkel zur Perfektion brachte: dem öffentlich zur Schau gestellten Lächeln, hinter dem sich der Dolch verbirgt.

Wer in diesen unsicheren Zeiten sein Vermögen vor den Folgen politischer Instabilität, ausufernder Staatsverschuldung und schleichender Geldentwertung schützen möchte, ist gut beraten, auf bewährte Sachwerte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als wertstabiler Anker bewährt – als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten und krisenfesten Portfolio.

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