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18.01.2026
16:45 Uhr

Fratzscher fordert blindes Vertrauen: Kritik an der Politik sei kontraproduktiv

Fratzscher fordert blindes Vertrauen: Kritik an der Politik sei kontraproduktiv

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Chuzpe manche Ökonomen die wirtschaftliche Misere Deutschlands zu erklĂ€ren versuchen. Marcel Fratzscher, PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), hat nun in einem Gastbeitrag fĂŒr den Tagesspiegel eine geradezu abenteuerliche These aufgestellt: Nicht etwa die verfehlte Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre sei schuld an der deutschen Wirtschaftskrise, sondern das mangelnde Vertrauen der BĂŒrger und Unternehmen. Man reibt sich verwundert die Augen.

Die Umkehrung von Ursache und Wirkung

Fratzscher identifiziert das fehlende Vertrauen als „das zentrale wirtschaftliche Problem und die grĂ¶ĂŸte HĂŒrde fĂŒr Transformation, Erneuerung und kĂŒnftigen Wohlstand". Seine Lösung klingt dabei so simpel wie weltfremd: Die Deutschen mĂŒssten einfach wieder mehr Vertrauen haben, dann wĂŒrde sich die Wirtschaft schon erholen. Dass Vertrauen jedoch keine Einbahnstraße ist und von der Politik erst einmal verdient werden muss, scheint dem DIW-Chef nicht in den Sinn zu kommen.

Besonders pikant ist seine Warnung, es sei „kontraproduktiv, pauschal die Politik zu kritisieren und verantwortlich zu machen". Eine bemerkenswerte Aussage, die an Zeiten erinnert, in denen Kritik an der Obrigkeit grundsĂ€tzlich unerwĂŒnscht war. Dabei liegt die Verantwortung fĂŒr explodierende Energiepreise, erdrĂŒckende BĂŒrokratie und eine Steuerlast, die Unternehmen in Scharen aus dem Land treibt, doch eindeutig bei den politischen EntscheidungstrĂ€gern.

Die Automobilindustrie als SĂŒndenbock

Statt die politischen Rahmenbedingungen zu hinterfragen, macht Fratzscher lieber die deutsche Automobilindustrie fĂŒr ihre eigene Misere verantwortlich. Die Branche habe die ElektromobilitĂ€t „verschlafen" und sich zu abhĂ€ngig von China gemacht. Was der Ökonom dabei geflissentlich verschweigt: Die ElektromobilitĂ€t ist auch nach Jahren massiver staatlicher Subventionen und politischen Drucks noch immer nicht marktfĂ€hig. Die Verbraucher kaufen diese Fahrzeuge schlicht nicht freiwillig in ausreichender Zahl.

Die wahren GrĂŒnde fĂŒr die Krise der deutschen Industrie – astronomische Strompreise, die zu den höchsten weltweit gehören, eine BĂŒrokratie, die jeden Unternehmer zur Verzweiflung treibt, und eine Steuerlast, die international ihresgleichen sucht – werden von Fratzscher bestenfalls am Rande erwĂ€hnt.

Umverteilung als Allheilmittel

Wenig ĂŒberraschend prĂ€sentiert der DIW-Chef auch gleich seine Lieblingsrezepte zur Lösung der Krise: höhere Steuern auf große Vermögen und eine Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen. Die klassische linke Umverteilungsrhetorik, die noch nie ein Land aus einer Wirtschaftskrise gefĂŒhrt hat. ZusĂ€tzlich fordert er eine lĂ€ngere Lebensarbeitszeit, einen spĂ€teren Renteneintritt und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Migranten.

FĂŒr die kommenden Jahre malt Fratzscher ein dĂŒsteres Bild und warnt vor „womöglich fĂŒnf bis zehn mageren Jahren". Den prognostizierten Mini-Aufschwung von einem Prozent fĂŒr 2026 sieht er als rein staatlich getrieben – ein EingestĂ€ndnis, dass die Wirtschaft aus eigener Kraft nicht mehr wachsen kann.

Vertrauen muss verdient werden

Was Fratzscher offenbar nicht begreift: Vertrauen ist keine Ressource, die man per Dekret verordnen kann. Vertrauen entsteht durch verlĂ€ssliches Handeln, durch Planungssicherheit und durch eine Politik, die die Interessen der eigenen BĂŒrger und Unternehmen in den Vordergrund stellt. Genau das hat die deutsche Politik in den vergangenen Jahren jedoch systematisch vermissen lassen.

Wenn Unternehmen nicht investieren und BĂŒrger ihr Geld lieber sparen, dann ist das keine irrationale Vertrauenskrise, sondern eine völlig rationale Reaktion auf eine Politik, die Wohlstand vernichtet statt ihn zu mehren. Die Forderung, man solle die Politik nicht kritisieren, ist dabei nicht nur demokratietheoretisch bedenklich, sondern auch ökonomisch unsinnig. Denn nur durch offene Kritik können Fehlentwicklungen korrigiert werden.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen viele Anleger nach stabilen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt und können eine sinnvolle ErgĂ€nzung eines breit gestreuten Anlageportfolios darstellen – gerade wenn das Vertrauen in politische Institutionen und PapierwĂ€hrungen schwindet.

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