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05.05.2026
15:48 Uhr

Ramelows Belehrungston: Wenn ausgerechnet die Linke vor „Erosion der Demokratie" warnt

Ramelows Belehrungston: Wenn ausgerechnet die Linke vor „Erosion der Demokratie" warnt

Es ist ein Schauspiel von bemerkenswerter Dreistigkeit: Bodo Ramelow, einst MinisterprĂ€sident in ThĂŒringen fĂŒr die Linkspartei – also jene Partei, die in direkter Erbfolge zur SED steht – belehrt nun ausgerechnet die WĂ€hler der grĂ¶ĂŸten Oppositionspartei darĂŒber, wie es um die Demokratie bestellt sei. In einem gemeinsamen Spiegel-GesprĂ€ch mit dem ehemaligen sachsen-anhaltischen MinisterprĂ€sidenten Reiner Haseloff (CDU) zog Ramelow eine Bilanz seiner Amtszeit – und nutzte die Gelegenheit fĂŒr einen markigen Rundumschlag gegen rund ein Viertel des deutschen Wahlvolks.

„Wer denen seine Stimme gibt..." – ein moralischer Zeigefinger im Dauerbetrieb

Wörtlich erklĂ€rte Ramelow: „Wer denen wissentlich seine Stimme gibt, der darf sich nicht beklagen, wenn er VerhĂ€ltnisse bekommt, in denen demokratische und rechtsstaatliche Standards erodieren." Eine Aussage, die in ihrer Anmaßung kaum zu ĂŒberbieten ist. Denn die Frage drĂ€ngt sich geradezu auf: Wer hat denn in den vergangenen Jahren die demokratischen und rechtsstaatlichen Standards in diesem Land tatsĂ€chlich aufgeweicht? Waren es die WĂ€hler einer Oppositionspartei, die in keinem einzigen Bundesland regiert? Oder waren es die etablierten Parteien, die unliebsame Wahlergebnisse – Stichwort ThĂŒringen 2020 und der fĂŒr „unverzeihlich" erklĂ€rte MinisterprĂ€sident Kemmerich – kurzerhand fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rten?

Die Selbstgerechtigkeit der Verlierer

Beide Politiker beschrieben die Corona-Pandemie als prĂ€gendste Krise ihrer Amtszeit. Ramelow bekannte rĂŒckblickend, dass „die Montagsdemonstrationen bei Corona" lange unterschĂ€tzt worden seien und dass „die OrdnungsĂ€mter nicht eingegriffen haben, obwohl es gar keine Genehmigungen gegeben hatte." Im Klartext: HĂ€tte man hĂ€rter gegen die BĂŒrger durchgegriffen, die ihre verfassungsmĂ€ĂŸigen Grundrechte einforderten, wĂ€re die Lage offenbar besser gewesen. Ein bemerkenswertes DemokratieverstĂ€ndnis, das BĂ€nde spricht.

Haseloff seinerseits rĂ€umte VersĂ€umnisse ein – etwa, dass er bei der FlĂŒchtlingskrise 2015 „vehementer auf seiner Forderung nach einer Integrationsobergrenze hĂ€tte beharren mĂŒssen". Eine spĂ€te Einsicht, die freilich an der politischen RealitĂ€t von heute nichts mehr Ă€ndert. Die Folgen dieser VersĂ€umnisse tragen die BĂŒrger – tĂ€glich, in Form steigender KriminalitĂ€t, ĂŒberforderter Kommunen und einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft.

Die AfD als „Staubsauger" – oder: Wenn man die Ursachen ignoriert

Aufschlussreich ist Ramelows eigene Beschreibung: Die AfD sei ein „Staubsauger", der den gesellschaftlichen Frust aufnehme – auch wegen politischer Fehlentwicklungen, etwa bei der Energiewende. Damit liefert der ehemalige MinisterprĂ€sident unfreiwillig die treffendste Analyse seiner eigenen Niederlage. Wenn jedoch ein erheblicher Teil der WĂ€hlerschaft einer einzigen Partei seine Stimme gibt, weil die etablierten KrĂ€fte versagt haben, dann liegt das Problem eben nicht beim WĂ€hler, sondern bei den Versagern. Diesen schlichten Zusammenhang scheinen Ramelow und Haseloff bis heute nicht verstehen zu wollen.

Lösungen? Fehlanzeige

Konkrete Strategien, wie man die Probleme – Migration, Energiepreise, BĂŒrokratie – tatsĂ€chlich lösen könnte, blieben in dem GesprĂ€ch erwartungsgemĂ€ĂŸ vage. Einigkeit besteht offenbar nur in einem Punkt: Mit der AfD wird, so Haseloff, „keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit" geben. Eine Brandmauer also, koste es, was es wolle – auch wenn dieses Verhalten selbst eine Aushöhlung des demokratischen Mehrheitsprinzips darstellt.

Die BĂŒrger jedenfalls dĂŒrften Ramelows mahnende Worte mit erheblicher Skepsis aufnehmen. Denn wer 26 Jahre in einem realen sozialistischen Unrechtsstaat gelebt hat, weiß sehr genau, wie eine Erosion demokratischer Standards aussieht – und welche Partei historisch dafĂŒr verantwortlich zeichnet. Die WĂ€hler sind nicht mehr bereit, sich von jenen belehren zu lassen, deren eigene politische Tradition mit Mauer, Stasi und Einheitspartei verknĂŒpft ist. Der Vertrauensverlust gegenĂŒber den etablierten Parteien hat tiefe Wurzeln – und er wird sich nicht durch moralische Belehrungen aus dem Spiegel-Interview kitten lassen.

Ein Land, das nach StabilitÀt sucht

In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung – steigende Inflation, das gigantische 500-Milliarden-Sondervermögen der Großen Koalition unter Friedrich Merz, eine schwĂ€chelnde Industrie – wenden sich immer mehr BĂŒrger dem BestĂ€ndigen zu. WĂ€hrend Politiker sich gegenseitig belehren und WĂ€hler diffamieren, suchen viele Menschen nach Wegen, ihr Vermögen vor den Folgen einer verfehlten Politik zu schĂŒtzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Anker bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig davon, welche Partei gerade regiert oder welche Standards angeblich erodieren. Eine sinnvolle Beimischung zu einem breit aufgestellten Vermögensportfolio bietet Schutz, den keine politische Belehrung ersetzen kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geĂ€ußerten EinschĂ€tzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu treffen. FĂŒr individuelle Anlageentscheidungen empfehlen wir die Konsultation eines unabhĂ€ngigen Beraters. Eine Haftung fĂŒr Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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