
Russlands Schattenflotte wÀchst trotz Sanktionen um 70 Prozent
Trotz der umfassenden Sanktionen des Westens gegen Russland, insbesondere im Zuge des Ukraine-Konflikts, hat Moskau es geschafft, seine sogenannte Schattenflotte erheblich auszubauen. Diese Flotte, bestehend aus alten, schlecht gewarteten und oft unzureichend versicherten Ăltankern, hat sich als Mittel erwiesen, um die Sanktionen zu umgehen und weiterhin Ăl zu exportieren.
Ein Boom trotz Sanktionen
Laut einem Bericht der Kyiv School of Economics (KSE) ist die Menge des russischen Ăls, das auf diesen Schattenflottenschiffen transportiert wird, von 2,4 Millionen Barrel pro Tag im Juni 2023 auf 4,1 Millionen Barrel pro Tag im Juni 2024 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von fast 70 Prozent. Der Bericht mit dem Titel âSchaffung âschattenfreierâ Zonenâ zeigt auf, dass viele dieser Schiffe trotz ihrer PrĂ€senz auf Sanktionslisten weiterhin aktiv sind.
Gefahr fĂŒr europĂ€ische GewĂ€sser
Die Autoren des Berichts warnen vor den erheblichen Risiken, die diese Schattenflotte fĂŒr die Umwelt und die Sicherheit in europĂ€ischen GewĂ€ssern darstellt. Viele dieser Schiffe befahren regelmĂ€Ăig stark frequentierte Routen wie die Ostsee, die dĂ€nische Meerenge und die StraĂe von Gibraltar. Ohne angemessene Versicherungen und Wartung könnten diese Tanker zu Umweltkatastrophen fĂŒhren, die die EU und ihre NachbarlĂ€nder teuer zu stehen kommen könnten.
Die Schattenflotte und ihre Risiken
Der Aufbau dieser Schattenflotte hat Russland schĂ€tzungsweise 10 Milliarden Dollar gekostet. Laut dem KSE-Bericht transportiert diese Flotte mittlerweile 70 Prozent des russischen Erdöls und 38 Prozent der russischen Ălprodukte. Die Schiffe sind im Durchschnitt 18 Jahre alt und oft in einem schlechten Wartungszustand, was sie extrem gefĂ€hrlich macht.
Versicherungsprobleme und ZwischenhÀndler
Aufgrund der Sanktionen musste Russland sich auf inlĂ€ndische Versicherer verlassen, was zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der QualitĂ€t und ZuverlĂ€ssigkeit der Versicherung gefĂŒhrt hat. Viele dieser Schiffe fahren unter grauer Flagge und sind anonymen EigentĂŒmern zugeordnet, was eine Verantwortungszuweisung erschwert. ZwischenhĂ€ndler wie britische Buchhalter und in Dubai ansĂ€ssige Unternehmen sind in verschiedene Gesellschaftsformen versteckt, was die Nachverfolgung weiter kompliziert.
Havarien und Umweltkatastrophen
In den letzten Jahren kam es vermehrt zu UnfĂ€llen mit diesen Schattenschiffen. Im MĂ€rz 2024 kollidierte der 15 Jahre alte Schattentanker âAndromeda Starâ in der NĂ€he von DĂ€nemark mit einem anderen Schiff. GlĂŒcklicherweise wurde kein Ăl verschĂŒttet. Doch in den letzten zwei Jahren haben vier Schiffe der russischen Schattenflotte ihre Maschinenleistung verloren, unter anderem in den Dardanellen und in der dĂ€nischen Meerenge.
Explosionen und Fluchtversuche
Ein besonders schwerer Vorfall ereignete sich im Mai 2023, als ein 27 Jahre altes Schiff unter gabunischer Flagge in der NĂ€he von Indonesien explodierte. Es war offenbar fĂŒr den Transport von iranischem Ăl eingesetzt worden. Weitere Schiffe der russischen Schattenflotte sollen in ĂlunfĂ€lle verwickelt gewesen sein, wobei einige nach der Verursachung von UmweltschĂ€den die Flucht ergriffen haben.
Es ist offensichtlich, dass die russische Schattenflotte nicht nur eine Herausforderung fĂŒr die internationalen Sanktionen darstellt, sondern auch erhebliche Risiken fĂŒr die Umwelt und die Sicherheit in europĂ€ischen GewĂ€ssern mit sich bringt. Die Einrichtung âschattenfreierâ Zonen könnte ein notwendiger Schritt sein, um diese Bedrohung einzudĂ€mmen.
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